wackelnder Tachzeiger

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wackelnder Tachzeiger

Beitragvon Aviaterix » 15.11.2017 13:45

Hallo Liebe Boxerfreunde,

ich habe mal wieder was neues :-D . Nach dem mir ja bei der letzten Ausfahrt das Kupplungsseil gerissen war, wollte ich gestern nach der Reparatur mal wieder eine Testfahrt mit meinenm neuen Tacho W793 machen. Im unteren Geschwindigkeitsbereich (ca. 50km/h) schien alles i.O. Auf der Autobahn schwankte der Zeiger dann bei ca. 100 km/h zwischen 100 und 120 wie wild . Das GPS zeigt 100 an. Auch von der Autobahn runter schwankte der Zeiger bei geringeren Geschwindigkeiten aber etwas weniger. Kann es sein, dass ich die Kupplung etwas zu straff eingestellt habe und das sie manchal durchdreht? Zu merken beim Fahren war es jedefalls nicht. Man sollte eben nie 2 Dinge auf einmal ändern!

danke schon mal im voraus Holger
Mit dem Wissen von heute, hätte ich gestern ganz andere Fehler gemacht.

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Re: wackelnder Tachzeiger

Beitragvon Brummbär » 15.11.2017 14:33

Hallo Holger,

ich vermute mal, daß Du bei der Neuverlegung des Kupplungszuges die Tachowelle nicht wieder in eine zwanglose Position bekommen hast, dann eiert das gute Stück und der Tacho zappelt durch die ungleichmäßige Drehzahl der Welle. Bei meinem Anbau der RS-Verkleidung habe ich einige Tachowellen geschlachtet, bis ich einen VDO-Winkeltrieb bekommen habe, jetzt funktioniert das ganze seit vielen Jahren einwandfrei. Wenn der Tacho selbst am Lebensdauerende angekommen ist, kriegt der auch das Zappeln, irgendwann wird der Zeiger von der festgehenden Wirbelstrom-Antriebstrommel aufgewickelt. Ich habe das leider erst mitbekommen, als das Schicksal des Tachos bereits besiegelt war. Inzwischen ist der zweite Tacho eingebaut, der mit der Rückstellung von oben. Der erste mußte noch von unterwärts zurückgestellt werden.

Aufgrund Deiner Kupplungsgeschichte vermute ich mal die nicht richtige Lage der Tachowelle als Fehlerquelle. Kupplungseinstellung: 1.Leerweg am Hebel, um zu vermeiden, daß eine thermisch ausgedehnte Seilhülle die Kupplung unter Spannung bringt, dieses belastet das Drucklager oder sorgt sogar dafür, daß die Kupplung schleift. 2. So EInstellen, daß der Druckpunkt den Neigungen des Fahrers entspricht, ich habe mir so etwa 3cm eingestellt (Betrachtet vom Ausgangspunkt des Hebels - nicht Entfernung vom Lenkergummi), bei denen die Kupplung beim vorsichtigen Einkuppeln greift. Ich stelle unten am Ausrückhebel ein. Schraube rein: Früher, Schraube raus: Später. Das regelmäßige Abschmieren des Ausrücklagers vermeidet Bocksprünge durch allzu giftiges Einkuppeln (ein schwergängigs Ausrücklager macht die Kupplung schlecht dosierbar und läßt den Fahrer wie einen Fahranfänger aussehen).

Hope this info helps
Grüße
Michael
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Re: wackelnder Tachzeiger

Beitragvon Aviaterix » 15.11.2017 17:27

Hallo Michael,

klingt ja erst einmal einleuchtend. Zwi Dinge machen mich aber stutzig, einmal das sich ja die beiden Teile nur oben am Lenker, wenn überhaupt begegnen, zweitens das er ja stark nach oben abweicht, das heißt , er würde kurzzeitug schneller drehen. Macht das Sinn für dich. Ich werde das morgen, wenn es wieder heller ist, mal checken.

danke Holger
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Re: wackelnder Tachzeiger

Beitragvon Brummbär » 16.11.2017 10:45

Die Seele der Tachowelle ist wie eine Feder. Sie wird in der Hülle abgebremst und "zieht sich auf", ist die Spannung groß genug schnalzt sie über die erhöhte Reibung weg und wird anschließend erneut aufgezogen. Daher wackelt der Zeiger, weil er mit unterschiedlicher Drehzahl angetrieben wird. Kupplungszug und Tachowelle sind voneinander unabhängig - aber beim Neuverlegen des Kupplungszuges hast Du womöglich die Tachowelle aus der optimalen Lage befördert, dat Ding is empfindlich.

Gruß
Michael
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Re: wackelnder Tachzeiger

Beitragvon Aviaterix » 16.11.2017 12:00

So Michael,

habe das heute mal gecheckt. Also bei mir berühren sich Tachowelle und Kupplungszug nicht. Die Tachowelle ist nach unten links unter dem Tank am Rahmen geführt, kreuzt dann am Relasischassis auf die andere Seite und tritt dann in das Getriebe ein. Der Kupplungszug wird ja unter der Prallplatte an der Standardhupe vorbei an der rechten Rahmenseite nach unten zum Getriebe geführt. Ich habe die Tachowelle ausgebaut, sie ist für mich erst einmal leichtgängig. Ich habe dann nmal die Welle mit Ballistol geschmiert und auch noch die Gummikappe am Getriebeeingang gewechselt. Ein nettes Spiel. Hoffentlich dichtet diese Kappe wieder, im Augenblick sitz sie ziemlich schlabberig über dem Wellenmantel. Das Überziehen auf den Selben hat das Ding ganz schön gestresst. Das Wackeln des Zeigers muß aber etwas ausserhalb des Tachos verursachen, habe ihn mal mit einem Akkuschrauber betrieben, alles i.O. Werde alles morgen wieder zusammensetzen und dann werden wir sehen.....

Holger
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Re: wackelnder Tachzeiger

Beitragvon Brummbär » 17.11.2017 10:11

Kupplungszug und Tachowelle dürfen sich berühren, das macht überhaupt nix. Die Tachowelle darf keine engen Bögen haben, die muß so zwanglos wie irgend möglich verlegt sein, hier liegt das Problem. Wenn die Seele an der Wand scheuert kann das zu viel Reibung geben - das führt zu ungleichmäßigen Nadelbewegungen. Das Problem liegt meistens im oberen Abschnitt, da wo es eng ist, nicht in Getriebenähe. Als die kleinen Qe entwickelt wurden, war Elektronik noch sehr teuer, die mechanische Lösung war billiger aber auch herausfordernder. Heute sind Tachowellen weitgehend von Elektronik verdrängt worden.

Gruß
Michael

nota bene: Die Gummitülle ist nicht lebenswichtig, die soll größere Wassereinbrüche in den Anschluß verhüten.
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Re: wackelnder Tachzeiger

Beitragvon Aviaterix » 17.11.2017 19:19

Hallo,

habe heute wieder alles zusammengesetzt und Probefahrt, natürlich wieder sie selbe Nummer. Aber dann fiel es mir ,wie Otto so schön sagt, wie Schuppen aus den Haaren. Der Tacho reagiert auf Stöße, die Autobahn hat diese mit Bitumen gefüllten Querrillen, je nach dem wie schnell man fährt, desto schneller wackelt der Zeiger!
Auf der asphaltierten Landstraße zur Automahn ist alles ok. Die Straße von der Autobahn ist eine schlechte Straße, deshalb dort auch der wackelnde Zeiger bei geringerer Geschwindigkeit. Der Tacho ist also wohl tatsächlich defekt, halt ein dummer Zufall mit der Kupplung.

Also neuer Tacho.... mann mann mann......

Holger
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Re: wackelnder Tachzeiger

Beitragvon 26kanal » 18.11.2017 10:28

Ich haette auch immer auf Tachowelle getippt.

Wenn's wirklich das Intrument ist, lass es ueberholen, dann weisst Du, was Du hast. Gebrauchte Tachos sind nun mal die Katze im Sack :? :-D

Gruss
Volker

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Re: wackelnder Tachzeiger

Beitragvon Brummbär » 20.11.2017 11:21

Hallo Holger, mach das Ding auf, kaputt ist es sowieso. Die Tachowelle dreht ein magnetisches Teil, darüber sitzt ein Becher, die Wirbelstrombremse, diese bewegt die Tachonadel gegen eine Feder wie in der Uhr, die Federkraft bewirkt die Ruhelage der Nadel bei Null Antrieb, der Ausschlag der Tachonadel ist abhängig von der Wirbelstrombremse. Wenn hier etwas nicht richtig läuft, hüpft die Nadel. Der Antrieb der Zählwerke erfolgt über eine Schnecke vor der Wirbelstrombremse. Die Tachodose ist oben herum verbördelt, mit etwas Geschick kann man das Teil öffnen. Weil das Wiederverschließen nicht ordentlich machbar war, hat mir unser Dreher vor vielen Jahren Gewinderinge aus Alu gedreht, und gleich zwei, einmal auch für den Drehzahlmesser. Neue Tachos sind nicht mehr lieferbar? Oder legen den Neukauf eines Fahrzeugs nahe?

Schöne Grüße
Michael
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Re: wackelnder Tachzeiger

Beitragvon Aviaterix » 27.11.2017 22:02

Hallo Michael,

habe mit dem Verkäufer vereinbahrt, das er das Ding zurücknimmt und es zurückgesandt. Der nächst Tacho den ich, nach der Versicherung des Verkäufers das er i.O. sei, gekauft habe, hat nach dem Auspacken schrecklich geklappert. Leider fiel das Teil nicht durch die Lampenöffnung heraus, war wohl woanders gefangen! Ist jetzt ein Fall für die Postversicherung. Habe ein Pech mit den Dingern und erst mal die Schnautze voll. Muß mal was anders mnachen, brauche wieder mal ein Erfolgserlebnis.

Trotzdem Danke Holger
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