Gabel F650 für R 65

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Gabel F650 für R 65

Beitrag von beetle11 » 23.09.2021 12:05

Hallo,

Aus Sicherheitsgründen(Bremswirkung) und da ich unbedingt Speichenräder für meine R 65 Monolever Bj 85 haben möchte, hier meine
Frage: Ist es möglich, die Telegabel einer BMW F 650 in eine R 65 zu bauen?

Vielen Dank im Voraus für kompetente Antworten.

Gruß Tilo

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FrankR80GS
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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von FrankR80GS » 23.09.2021 16:23

Hallo und willkommen bei den kleinen Boxern, Tilo.

Möglich ist das grundsätzlich bestimmt, da die Lenkkopflager der BMW Motorräder gleiche Abmessungen haben. Der Umbau kann einige weitere Änderungen (Lenkrohr und Gabellänge anpassen, Federweg begrenzen, Freigängigkeit für Gabelbrücken schaffen,...) erfordern. Für die Einzelabnahme kann auch eine Traglastbestätigung für das Rad nicht schaden.

Das noch größere Problem sehe beim Hinterrad, da ich keine 4-Loch Speichennabe für Monolever kenne.

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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von Rote Rita » 23.09.2021 21:38

Hallo Tilo,

herzlich willkommen bei den kleinenBoxern. Mit der Monolever hast du doch die große Bremse, einen Bremssattel mit 48mm. Viel besser geht nicht ohne ABS. Speichenräder sind schön anzusehen, aber dafür gleich eine andere Gabel mit zusätzlichen Umbauten und Ärgermit dem TÜV? Dann lieber ein passendes Fahrzeug mit Speichen kaufen. Aber die Bremsen der 79er-Modelle mit Speichen hatten deutlich schwächere Bremsen.....
Aber stell dich doch erst mal den Anderen im Forum vor - unter der Rubrik Uservorstellung.

Schönen Abend aus Berlin Rainer
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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von FrankR80GS » 23.09.2021 22:02

Rote Rita hat geschrieben:
23.09.2021 21:38
..Mit der Monolever hast du doch die große Bremse, einen Bremssattel mit 48mm. Viel besser geht nicht ohne ABS.
Da muss ich widersprechen. Die Bremse der RxxxR Modelle ist um Welten besser als die 285 mm Einzelscheibe mit 48 mm Sattel und hängt auch gleich an der richtigen Gabel. An die 285 Scheibe kann man bei der GS auch den 6-Kolben Sattel einer Hayabusa adaptieren - dann ist ausgereizt.

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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von Redskin » 24.09.2021 05:58

Hallo in die Runde,

abseits des Speichenthemas möchte ich anmerken: bei meiner Q (248er) mit Doppelscheibe habe ich lange rumgetan, ordentliche Verzögerung erreichen zu wollen. Erst der Einsatz neuer Scheiben, nicht von BMW und nicht von Brembo sondern aus dem Hause eines rennomierten Deutschen Bremsengeschäfts hat hier Abhilfe gebracht. Die Q bremst natürlich noch immer nicht, wie ihre jüngere große Schwester mit Servobrems-ABS, aber nach einer gewissen Einspielphase deutlich besser, als zuvor. Evtl werde ich noch den HBZ eine Nummer kleiner nehmen, wegen der Übersetzung. Aber man kommt mit dem, was jetzt ist, auch gut über die Runden.

Ich will damit sagen, dass man u. U. auch ohne größere Änderungen und Gabelumbauten zu einer halbwegs angemessenen Bremsleistung kommen kann. Auch die Trommelbremse hinten sollte man nicht gänzlich vernachlässigen, wenn die sauber und gut eingestellt ist, liefert sie auch einen spürbaren Beitrag.

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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von Rote Rita » 25.09.2021 21:29

Also worum beht es hier?

Mit meiner Brembo-Doppelscheibe habe ich mehrmals die Verzögerung im Versuch gemessen: ca 9m/s2. Mit der Einscheibenbremse hat es ( gefühlt )besser gepackt, obwohl 9 schon so ziemlich die Grenze ist, lässt man mal Verzahnungseffekt und ABS außen vor. Gesetzlich vorgeschrieben sind 2,5 und wenn man mit 5 bremsen muss, so ist das schon ziemlich am Limit, da man nicht immer mit perfekten Straßenverhältnissen rechnen kann. Wer seinen Sicherheitsabstand mit dem ABS oder 9m/s2 kalkuliert, setzt m. E. sein Leben unnötig aufs Spiel. Die öffentliche Straße ist von der Rennstrecke deutlich zu unterscheiden! Meine Meinung.

Gruß Rainer

PS: Bei einem nahezu optimalen Rebungskoeffizienten von 1,0 ist die maximale Verzögerung jeder noch so guten Bremse g =9,81m/s2 . Nur im Rennen und mit sehr weichen Reifen wird dieser Wert überschritten. Der Sinn von ABS ist es, die maximal mögliche Verzögerung unter den gegebenen Verhältnissen zu erreichen; das kann auch mal eine 4 oder 5 sein. Die ABS bei der R90/S war die Handkraft: mehr als 5 haben die meisten Fahrer nicht erreicht. R
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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von FrankR80GS » 26.09.2021 07:46

Rote Rita hat geschrieben:
25.09.2021 21:29
Also worum beht es hier?

Mit meiner Brembo-Doppelscheibe habe ich mehrmals die Verzögerung im Versuch gemessen: ca 9m/s2. Mit der Einscheibenbremse hat es ( gefühlt )besser gepackt, obwohl 9 schon so ziemlich die Grenze ist, lässt man mal Verzahnungseffekt und ABS außen vor.
Es geht nicht darum, ob man irgendwie an die die Blockiergrenze kommt. Das schaffen auch die alten Sättel, besonders in Kombination mit altertümlichen Gummimischungen der Reifen. Den Metzeler Enduro 3 (1988 Originalausstattung der GS) brachte ich schon auf trockener Straße zu pfeifen. Einen 200x Michelin Anakee schon nicht mehr so leicht. Einen 2015 ff Continental TKC 70 gar nicht mehr.

Wenn man dazu aber eine sehr große Handkraft benötigt, bremst man nicht mehr so dosierbar. Nicht ohne Grund wurden die Zwei- von Mehrkolbensätteln abgelöst, die bei ähnlicher Übersetzung eine bessere Wirkung über den gesamten Bereich ermöglichen. Am "Anschlag" bekommt man damit keinen kürzeren Bremsweg, zwischendrin aber ein besseres Gefühl.

Bei einem Motorrad ohne ABS braucht man keine brachiale, sondern eine wirksame, gut dosierbare Bremse.

/Frank
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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von Brummbär » 27.09.2021 08:55

Ich hab seinerzeit (1978) für 230 DM die zweite Scheibe für die 27 PS Version und 470ccm mitbestellt. Die Bremswirkung fand ich nie unzureichend, wahrscheinlich habe ich das Glück, daß meine Handgeometrie und alles andere gut zusammenpassen.
Seit dem Austausch der alten Gummischläuche gegen Spiegler Stahlflex ist die Dosierbarkeit im direkten Vergleich zur R1200S praktisch genauso gut. Die Handkraft bei der Großen war natürlich schon etwas geringer, aber ohne ABS möchte ich auch nicht unbedingt im Schreckmoment bei herzhaftem Zugreifen das Vorderrad zum Stehen bringen.
Am Fahrrad, das die guten Magura Hydrostop Felgenbremsen bekommen hat, bin ich bei einer solchen Bremsung mal über den Lenker abgestiegen, was zu schmerzhaften Prellungen an den Händen geführt hat.
Bevor man den grossen Umbau startet, wäre meine Empfehlung, erst einmal durch Stahlflex die Dosierbarkeit zu verbessern. Ich erinnere mich auch an Gesprächsfäden hier im Forum über verschiedene Durchmesser der Handbremszylinder. Gescheite Reibpaarungen der Bremsbeläge zu den Scheiben können ebenfalls ein Ansatz sein. Ich entsinne mich, daß ich auch schon einmal verglaste und verdreckte Beläge hatte, die mir das Bremsresultat erheblich verschlechtert haben.

Ein anderer Weg wäre der Umstieg auf ein anderes Erzeugnis. Ich hab aber lieber die 1200er weggegeben. 17 Liter Tank auf nem 122PS Mopped war nicht meins.

Ich hatte vor vielen Jahren überlegt, hinten auf die Scheibenbremse der größeren Modelle umzubauen, weil die Trommelbremse bei Regenwetter mitunter soviel Wasser aufgesammelt hatte, daß sie kaum noch Wirkung zeigte. An der Großen bewahrheitete sich allerdings das, was mir die Leute schon vorausgesagt hatten, die eine solche Scheibe achtern schon kannten, die ist auch nicht besser.

Vor dem grossen Rundumschlag vielleicht erstmal bei den Details anfangen.

Schöne Grüße, Michael
Tja, damals, als es noch das Internet gab...

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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von beetle11 » 27.09.2021 10:09

Hallo Gemeinde,

Danke für die vielen Antworten.

Es geht nicht so sehr um den großen Umbau. Umbau findet sowieso statt (falls jemand Originalteile braucht: PN ;-))

Speichenrad + Gabel gebraucht in gutem Zustand(F650) erstehen kostet weniger als ein einzelnes Original-Speichenrad(in vagem Zustand).
Dazu würden noch 2 Bremsscheiben und zwei Sättel benötigt und leider ist auch mein Budget nicht unendlich.

Jetzt gilt es das anscheinend große Problem des Hinter-Speichen-Rad zu erforschen!

Gruß Tilo

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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von beetle11 » 27.09.2021 20:57

Hallo,

In der Datenbank bin ich gerade fündig geworden dahingehend, daß die GS, r und Mystic Speichenräder mit 4-Loch Befestigung haben.
Würde das mit meinem Endantrieb und Bremse zusammen passen?

Gruß tilo

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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von FrankR80GS » 27.09.2021 23:01

beetle11 hat geschrieben:
27.09.2021 20:57
...daß die GS, r und Mystic Speichenräder mit 4-Loch Befestigung haben. Würde das mit meinem Endantrieb und Bremse zusammen passen? ..
Das sind 17" Räder mit tieferer Nabe und Kreuzspeichenfelge. Die 18" x 2,5" Vorderradfelge einer RxxR kann wahrscheinlich auf die Hinterradnabe gespeicht werden (machen nur wenige Spannereien). Zuvor muss das Auflagemass der Nabe geändert und der Spurversatz ausgeglichen werden. Dabei ist zu beachten, dass schon die Monolever einen Spurversatz hat.

Einen kompletten Umbau mit 17" Hinterrad gibt es hier.

/Frank
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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von beetle11 » 01.10.2021 17:43

Hallo,
Aber wenn ich vorne das 19" der 650 und hinten das 17" der GS habe, bin ich doch auch wieder bei Summe 36 :-D

Also der Komplettumbausatz sieht toll aus, aber ich würde mich mit dem nicht auf schwedische Straßen trauen.

Lieber was Altes zum Aufarbeiten.

Such ich halt weiter, falls jemand was rumliegen hat, gerne PN.

Gruß tilo

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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von FrankR80GS » 01.10.2021 18:30

beetle11 hat geschrieben:
01.10.2021 17:43
...Also der Komplettumbausatz sieht toll aus, aber ich würde mich mit dem nicht auf schwedische Straßen trauen. ...
Wenn Du meinst. Die Kreuzspeichenräder sind das stabilste, was BMW je an einen 2 Ventiler geschraubt hat. Nordkap tauglich.

Bei Honda kannst Du die für einen ordentlichen Aufpreis an der neuen AT bekommen.

/Frank
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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von beetle11 » 01.10.2021 22:17

Hej,

Ich meinte auch nicht die Kreuzspeichenräder im Allgemeinen.
Da bin ich begeistert, aber diesen Satz aus Deinem Link fände ich zu schade für meine Bedürfnisse.

Ich bin also auf der Suche: Kreuzspeichenrad 17" hinten mit Trommelbremse und 4-Loch Befestigung!

Gruß Tilo

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Re: Gabel F650 für R 65

Beitrag von Rote Rita » 02.10.2021 21:52

Hallo Tilo, du schreibst:
Also der Komplettumbausatz sieht toll aus, aber ich würde mich mit dem nicht auf schwedische Straßen trauen.
Hat dein Motorrad eine schwedische Registrierung? Dann hast du wenigstens keinen Ärger mit dem TüV!

Gruß Rainer
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