Osterbeschäftigung

Alles rund um die Technik an den Modellen ab R850
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Peter1958
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Osterbeschäftigung

Beitrag von Peter1958 » 01.05.2019 10:44

Hallo an die kleine 4-Venbtiler Gmeinde,

Karfreitag hat meine R850R 1,5 km vor dem heimischen Stall gestreikt. Nahdem es zuvor schon zweimal beim Gasgeben nach dem Schalten verdächtige Geräusche gegeben hat, wollte sie nach dem Anhalten an einem Stoppschild nicht mehr so wie ich. Der Motor drehte einfach hoch und aus der Kupplungsglocke kamen böse metallische Geräusche. Eine Anwohnerin hat mich heimgefahren und dann habe ich gemeinsam mit der besten Sozia erst den Anhänger und dann unsere "Else" geholt.

Über Ostern habe ich dann alles zerlegt:
Bild1 304.jpg
Bild2 337.jpg
Bild3 339.jpg
Bild4 341.jpg
Bild5 344.jpg
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Peter

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Re: Osterbeschäftigung

Beitrag von Peter1958 » 01.05.2019 11:12

Teil 2:

"Osterdienstag" kam dann ein Nachbar (Service-Mitarbeitzer bei einer Staplerfirma) und half mir beim Ausbau der "schweren Kalmotten". Speziell das Getriebe ist kaum zu handeln, wenn man im Rollstuhl sitzt. Ziehst Du im Rollstuhl sitzend an etwas, bewegt sich meist nur der Rollstuhl, nicht das, was Du bewegen willst. Nach dem Ausbau ergab sich folgendes Bild:

Bild6 352.jpg
Eine von Zwei Führungsbuchsen, die den Achsenversatz zwischen Motor und Getriebe verhindern sollen, fehlt.

Bild7 346.jpg
Die Kupplungsscheibe hat keine Verzahnung mehr. Die Zähne sind nicht mechanisch abgetragen, es gibt keine Späne im Kupplungsgehäuse, sondern quasi palttgeschmiedet.

Bild8 350.jpg
Die Verzahnugn der Getriebeeingangswelle ist stark in Mitleidenschaft gezogen.

Bild9 351.jpg
In der Draufsicht sieht man, dass sich beim "Schmiedevorgang" Sägezähne gebildet haben.

Die Kupplung war erst 6.000 km alt. Das Getriebe hatte beim Einbau dieser Kupplung 80.000 km und war unauffällig, sowohl vom Fahren her als auch von der Optik der Eingangswelle. Ich nehme eher an, dass es durch die fehlendene Führungsbuchse zwischen Motor und Getriebe einen Achsversatz von ein paar 1/100 mm gab, der zu einer umlaufenden Last geführt hat. Dazu passt auch das Bild, dass die Zähne umgeformt und nciht abgetragen wurden Letzlich war die weichere Verzahnung der Kupplungsscheibe hin. Leider ist das am Getriebe auch nicht spurlos vorüber gegangen. Die Eingangswelle kostet beim Instandsetzer um die 500 EUR ohne Einbau.
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Zuletzt geändert von Peter1958 am 01.05.2019 11:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Osterbeschäftigung

Beitrag von Peter1958 » 01.05.2019 11:25

Teil 3:

Am Donnerstag war dann die neue Kupplung da, und der Nachbar und ich haben Kupplung, Getriebe und Schwinge/Endantrieb wieder eingebaut. Das Getriebe ist so nicht mehr verwendbar. Ich hatte aber bereits eine Einbaufertiges Getriebe mit Rückwärtsgang zur Montage da liegen, das hätte ich eh einbauen wollen. Am WE habe ich dann wieder die ganze Peripherie zusammengebaut.

Bild10 IMG-20190430-WA0000.jpg
Bild11 DSC09747.JPG
Detail mit Rückwärtsgang-Schalthebel


Kleines Schmankerl am Rande:

Beim ersten Start des Motors nach der Montage wollte ich natürlich auch wissen, ob Kupplung und pneumatische Schaltung wieder richtig funktionieren. Ich sitze also links neben dem Motorrad im Rollstuhl und der Motor läuft im Leerlauf. Ich ziehe die Kupplung, die ich ja schon gleich nach dem Einbau wieder eingestellt hatte, und lege den ersten Gang ein. Schon hoppelt mein Gespann im Leerlauf los. Im Rollstuhl sitzend komme ich zwar an den Gasgriff, nicht aber an die Bremse. Mit der linken Hand halte ich mich am Lenker fest, dank Rollstuhl zieht mich das Motorrad mit durch die Garage, mit der rechten Hand taste ich nach dem Zündschlüssel, den ich im Rollstuhl sitzend nicht sehen kann. Als ich den Zündschlüssel drehe und das Motorrad mit einem Ruck stehen bleibt, fehlen noch 20 cm bis zur Garagenwand :eek: . An den Killsschalter, den ich sicher leichter erreicht hätte, habe ich in dem Moment gar nicht gedacht :nein: . Aber was war überhaupt passiert? Warum trennte die Kupplung nicht sauber? Ich hatte ganz vergessen, dass ich die Einstellschraube des Kupplungszuges während der Montage noch einmal ganz hineingedreht hatte, da der Kupplungszug falsch lag und ich ihn noch einmal am Getriebe aushängen musste, um ihn vor den Bremsleitungen zu verlegen. Kleine Ursache, (fast) große Wirkung :-D .
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Re: Osterbeschäftigung

Beitrag von FrankR80GS » 01.05.2019 12:02

Hallo Peter, dann ist ja alles nochmal relativ gutgegangen. Rundgedrehte Kupplungsverzahnungen sind bei den Vierventilern nicht so selten. Schau mal hier und dann weiter. Auch hier nochmal meine Bemerkung, dass die Getriebewelle sehr trocken aussieht.

Ich musste heute früh erstmal die Feder am Mittelständer flicken. Einfach abgebrochen, schon nach 31 Jahren. Das wird ein Kulanzfall!

/Frank
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Immer dran denken:
Hätten Hummeln Aerodynamik studiert, könnten sie nicht fliegen.

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Re: Osterbeschäftigung

Beitrag von Peter1958 » 01.05.2019 12:15

Hallo Frank,

sieht trocken aus, fühlt sich aber nicht trocken an. Ich muss eh mal mit der Werkstatt sprechen, die die Kupplung letztes Jahr eingebaut hat. Wie sieht denn eine geschmierte Welle nach ein paar tausend Kilometern aus? Wie viel von dem Schmiermittel sieht man dann noch? An der Ausrückstange war Staburags dran, das konnte man noch sehen.
Laut BMW trennt die Kupplung nicht sauber/ruckfrei, wenn sie ohne Schmierung eingebaut wird. Davon war im Fahrbetrieb nichts zu spüren. Ich tippe eher auf die fehlende Führungshülse. Aber zweifelsfrei herauskriegn wird man das nicht.

Habe jetzt das gute Staburags dran, ich hoffe, dass die Menge stimmt :D .

P.S.:
Bei den Zweiventilern sieht es auch nicht besser aus. Ich erinnere mich an ein Posting von Wilfried, auf dem man auch sehr schön die Sägezahnbildung sieht.
LG
Peter

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